Andrea Krieger fragte am 30.04.2017

ich ärgere mich über Zusatzleistungen (IGEL) -das betrifft alle Ärztinnen und Patientinnen. In manchen Praxen hat man das Gefühl, dass man schlechter behandelt wird, wenn man keinen IGEL kauft. Was kann getan werden, damit solche "Angebote" nicht mehr gemacht werden?

Liebe Frau Krieger,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre Frage. Sie sprechen ein Thema an, dass nicht nur bei Versicherten bzw. Patienten sondern auch in der Ärzteschaft, den kassenärztlichen Vereinigungen und innerhalb der Krankenkassen selbst und ihren Verbänden kontrovers diskutiert wird.
Der Nutzen der meisten sog. "IGeL-Leistungen" wird sogar von Teilen der Ärzteschaft negativ beurteilt, einige wenige Leistungen schneiden besser ab. Eine Untersuchung des medizinischen Dienstes beim Spitzenverband der Krankenkassen -nachzulesen im Handelsblatt vom 16.2.2017- gibt hierzu aufschlussreiche Informationen.

Grundsätzlich haben die Krankenkassen und ihre Selbstverwaltungsorgane keinen Einfluss darauf, ob IGeL-Leistungen von den niedergelassenen Ärzten angeboten und wie diese Angebote ggf. ausgestaltet werden. Wenn Sie sich über den Nutzen einer angebotenen IGeL-Leistung im Unklaren sind, sprechen Sie Ihre KKH an.
Sie können selbstverständlich die Angebote auf Zusatzleistungen durch Ihren Arzt ablehnen; sollten Sie das Gefühl haben, ihr Arzt setze Sie unter Druck, melden Sie das bitte Ihrer KKH.
Die KKH wird sich um die Sache kümmern und ggf. die nötigen Maßnahmen einleiten.

Ich hoffe, Ihr Frage ausreichend beantwortet zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen.