Benjamin Wagner fragte am 05.05.2017

Hallo Herr Klemens, 1. Wie beurteilen Sie den aktuellen Status und die Bestrebung seitens der TK zu einer nachhaltigen/ökologischen Verwaltung? 2. Wie beurteilen sie die Tatsache, dass viele Medikamente für den europäischen Markt in asiatischen Ländern hergestellt werden? Scheinbar werden 80-90% der Antibiotika in China und Indien hergestellt. Insbesondere in Indien scheint es ein Problem mit der Einhaltung von Umweltstandards zu geben, wodurch die Entstehung/Vermehrung und somit auch die Verbreitung von multi-resistente Keimen gefördert wird. Wie beurteilen Sie den Einfluss der TK an dieser Entwicklung, insbesondere durch den vorgegebenen Preisdruck an die Pharmaunternehmen? Wie könnte die TK dieser Entwicklung entgegen wirken? Welchen Einfluss könnten wir "Verbraucher" geltend machen? (Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/antibiotika-113.html )

Uwe Klemens antwortete

Lieber Herr Wagner :

1. Ich kann nur überblicken, was die TK in ihrem eigenen Verwaltungshandeln in Sachen Nachhaltigkeit und Ökologie tut; da weiß ich, dass hierauf in den internen Vorgaben für Gebäude- und Raumausstattung viel Wert gelegt wird - so werden zum Beispiel grundsätzlich keine Klimaanlagen eingesetzt.

2. Keine Kasse ist dazu in der Lage, die Produktion von Gütern, die im Gesundheitswesen eingesetzt werden, umfassend daraufhin zu überprüfen, ob und inwieweit Umweltstandards eingehalten werden. Das betrifft nicht nur Arzneimittel, sondern zum Beispiel jede Form von Medizinprodukten. Aus meiner Sicht wäre das ein Thema für Abkommen auf internationaler Ebene, die von den Regierungen ausgehandelt und überwacht werden müssten. Dass Medizinprodukte oder Arzneimittel, die zugelassen sind und deren Produktion zum Beispiel im Hinblick auf Hygiene ja bereits überwacht werden, möglichst günstig eingekauft werden, ist jede Kasse dann der Solidargemeinschaft ihrer Versicherten schuldig. Die Hersteller beliefern im Übrigen nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt - es ist aus meiner Sicht ein Irrglaube, dass deutscher Preisdruck ausschlaggebend für Produktionsbedingungen sei.

Mit freundlichen Grüßen
Uwe Klemens